Fünf Jahre Kloster-Hospiz – ein Tag voller Begegnungen

Begegnungen, Musik, Kreativität und viele persönliche Gespräche: Mit einem Begegnungsfest der besonderen Art hat das Kloster-Hospiz am 20. September 2026 sein fünfjähriges Bestehen gefeiert. Viele Besucherinnen und Besucher kamen, um das Hospiz und die Menschen dahinter kennenzulernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam einen abwechslungsreichen Nachmittag zu erleben.

„Fünf Jahre Kloster-Hospiz – ein schöner Grund zu feiern.“ Mit diesen Worten begrüßte Hospizleiterin Susanne Lutz die Gäste. Ein Jubiläum, so wurde deutlich, ist dabei weit mehr als eine Zahl. Hinter den fünf Jahren stehen vor allem viele Menschen und unzählige Begegnungen: Gäste und ihre An- und Zugehörigen, Mitarbeitende und Ehrenamtliche, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie viele Menschen, die das Kloster-Hospiz auf ganz unterschiedliche Weise begleiten.

Ein Hospiz wird nicht allein durch ein Gebäude zu einem besonderen Ort. Es wird durch die Menschen, die diesen Ort mit Leben füllen.

Verbundenheit und Anerkennung

Zum Auftakt des Begegnungstages richtete sich der Blick zunächst auf die Menschen, die das Kloster-Hospiz aus unterschiedlichen Bereichen begleiten und mittragen.

Bürgermeister Michael Rembold, Bürgermeister von Waldstetten und Sprecher des Bürgermeisterprengels, fand in seinem Grußwort besonders eindrucksvolle und persönliche Worte für die Hospizarbeit. Er brachte die Idee des Hospizes auf den Punkt und richtete zugleich den Blick auf die Menschen, um die es in der Hospizarbeit geht. Dabei wurde deutlich, welchen wichtigen Platz ein Hospiz in einer Gemeinschaft einnimmt – und wie sehr es von den Menschen lebt, die sich für diesen Ort und seine Aufgabe einsetzen.

Von der Stadt Schwäbisch Gmünd überbrachte Hans-Peter Reuter, Leiter des Amts für Familie und Soziales Grüße. In seinem Grußwort wurde deutlich, welchen wichtigen Platz das Kloster-Hospiz in der sozialen Landschaft der Region einnimmt und wie wichtig es ist, Menschen in schwierigen Lebenssituationen und ihre An- und Zugehörigen verlässlich zu begleiten.

Auch Dr. Inge Gräßle, Mitglied des Deutschen Bundestages, war beim Jubiläum zu Gast. Ihr Besuch war ein schönes Zeichen der Wertschätzung für die Arbeit des Kloster-Hospizes und für den Weg, den das Haus in den vergangenen fünf Jahren gegangen ist.

Eine besondere Verbindung zum Kloster-Hospiz haben auch Sr. Benedicta und Herr Ott. Als Vertreter der APW-Stiftung begleiten sie das Hospiz in verantwortlicher Position. Sr. Benedicta steht dabei als Ordensoberin für die Verbindung des Hauses mit dem Kloster und für die besondere Geschichte und Verantwortung, die mit diesem Ort verbunden sind. Ihre Anwesenheit beim Jubiläum war ein wichtiges Zeichen der Verbundenheit mit dem Kloster-Hospiz und seinem fünfjährigen Weg.

Herr Ott sprach im Rahmen der Eröffnung ein Grußwort und gab dabei auch einen Einblick in die besondere Verantwortung, die mit der Trägerschaft und Finanzierung des Hospizes verbunden ist. Auch Vertreter des Stiftungsrats waren beim Jubiläum präsent: Herr Thomas Lenz begleitete den Begegnungstag über viele Stunden, Frau Rose Gaiser war später auch als Sängerin im Kirchenchor Teil des musikalischen Abschlusses.

Nicht zuletzt waren mehrere Ordensschwestern des Klosters beim Begegnungsfest dabei. Sie gehören auf besondere Weise zur Geschichte und zum Leben dieses Ortes und haben das Kloster-Hospiz über viele Jahre begleitet und mitgetragen.

Auf Entdeckungsreise durch das Kloster-Hospiz

Anschließend begann die eigentliche Entdeckungsreise: Bei Hospizführungen konnten die Besucherinnen und Besucher das Haus kennenlernen und Einblicke in den Alltag und die Arbeit des Kloster-Hospizes gewinnen. Auch der Klostergarten wurde zum Ort der Begegnung und des gemeinsamen Erlebens.

Dabei wurde schnell deutlich: Dieser Nachmittag wurde von vielen Menschen gemeinsam getragen. Haupt- und Ehrenamtliche arbeiteten Hand in Hand. Konrad Grimm unterstützte die Vorbereitung und Durchführung mit großem organisatorischem und logistischem Einsatz. Er kümmerte sich unter anderem um die notwendige Ausstattung, brachte das Geschirr, organisierte die Stromversorgung und stellte gemeinsam mit weiteren Helferinnen und Helfern den Auf- und Abbau des Festzeltes sicher. Dafür holte er auch Unterstützung von außerhalb hinzu; zugleich waren angehende Ehrenamtliche und Mitarbeitende aus dem Kloster tatkräftig dabei.

Die liebevolle Gestaltung des Festes trug zur besonderen Atmosphäre bei. Carola Schuler und Manuela Stadelmann hatten mit viel Kreativität für die Dekoration gesorgt. Dabei kam auch so manches Grün aus dem eigenen Garten zum Einsatz.

Auch die Vorbereitung der mehr als 400 Würde-Tafeln war Teil der vielen Arbeiten, die im Vorfeld geleistet werden mussten. Vieles wurde vorbereitet, transportiert, aufgebaut und organisiert, bevor die Gäste am Sonntag ihren ganz eigenen Weg durch das Fest antreten konnten.

Viele weitere Menschen bereiteten vor, organisierten, gestalteten, schenkten aus, begleiteten Gäste, backten Kuchen und sorgten am Ende wieder für Ordnung.

Das Jubiläum wurde damit selbst zu einem Beispiel für das, was Hospizarbeit ausmacht: Viele Menschen bringen sich mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten ein und schaffen gemeinsam Raum für Begegnung.

All das machte den Nachmittag zu einer kleinen Entdeckungsreise: durch das Hospiz, den Klostergarten und die verschiedenen Angebote – und vor allem zu den Menschen, die diesen Ort mit Leben füllen.

„Wir alle sind königlich“

Ein besonderer Schwerpunkt des Nachmittags lag auf dem Thema Würde und den fünf Königen des Künstlers und Diakons Ralf Knoblauch. Seine aus Holz gefertigten Königsfiguren tragen eine einfache und zugleich weitreichende Botschaft: „Wir alle sind königlich.“

Gemeint ist die unverlierbare Würde jedes Menschen – unabhängig von Alter, Krankheit, Herkunft oder Lebenssituation. Ein Gedanke, der gerade für die Hospizarbeit von besonderer Bedeutung ist.

Die Besucherinnen und Besucher konnten diese Botschaft selbst kreativ aufnehmen. Unter der Begleitung von Caroline Glos, Pflegefachkraft im Kloster-Hospiz, entstand im Laufe des Nachmittags ein großer König aus zahlreichen Puzzleteilen. Auf jedem Teil konnten persönliche Gedanken dazu festgehalten werden, was Würde für den Einzelnen bedeutet – in Worten, Bildern oder Farben.

So entstand Stück für Stück ein ganz individueller König, an dem viele Menschen mitgewirkt haben.

Auch die mehr als 400 Würde-Tafeln griffen die Botschaft der Könige auf. Auf jeder Holztafel stand „Würde unantastbar“, verbunden durch eine Krone, die im Laufe des Nachmittags golden gestaltet wurde.

Bernd Krieger und Joachim Grimm aus Waldstetten hatten die vorbereiteten Tafeln mit viel Sorgfalt nachbearbeitet und geschliffen. Beim Begegnungsfest konnten die Besucherinnen und Besucher beobachten, wie daraus nach und nach persönliche kleine Kunstwerke entstanden: Mit viel Feingefühl wurden die Kronen von Josefina Hakansson bemalt und die Tafeln anschließend mit individuellen Gedanken zur Würde gestaltet.

Musik, Kreativität und Zeit füreinander

Auch darüber hinaus gab es viele Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden.

Bei der Schreibwerkstatt mit Caroline Tetzel entstanden persönliche Texte und Gedanken: Wer mochte, konnte ein Elfchen schreiben und in ein eigens dafür vorbereitetes Buch eintragen. So entstand im Laufe des Tages eine Sammlung persönlicher Gedanken, die hoffentlich auch in den kommenden Wochen noch weiterwächst und um Texte, Eindrücke und Gedanken zu den Königen ergänzt wird. Bärbel Schmid brachte Musik und gemeinsames Singen in den Nachmittag. Das Wiesensingen und die verschiedenen musikalischen Angebote luden zum Mitmachen ein und sorgten für eine besondere Atmosphäre.

Auch die Aromapflege, die im Kloster-Hospiz eine wichtige Rolle in der Begleitung spielt, konnte beim Begegnungsfest kennengelernt werden. Die Pflegefachkräfte Barbara Stritzelberger und Marion Wolf gaben Einblicke in die vielfältigen Möglichkeiten und machten mit verschiedenen Materialien und Düften erlebbar, wie wohltuend und unterstützend Aromapflege sein kann.

Für Kinder und Familien hatte Barbara Lenz, Rektorin der Scherr-Grundschule Rechberg, ein besonderes Angebot rund um Erinnern, Erzählen und Gestalten vorbereitet. Vorlesen, eine Erinnerungs- bzw. Memorybox und kreative Schreibangebote eröffneten auch den jüngeren Gästen einen eigenen Zugang zu den Themen.

Zum ersten Mal war auch das Religionspädagogische Institut Schwäbisch Gmünd mit einem Büchertisch zu Gast im Kloster-Hospiz. Frau Deckert-Rudolph stellte insbesondere Bücher und Materialien vor, die Kindern einen Zugang zu den Themen Sterben, Tod und Trauer ermöglichen.

Kaffee, Kuchen und Sommerfeeling

Natürlich gehörte auch das gemeinsame Genießen zu einem gelungenen Begegnungsfest.

Das Bestattungshaus Haller lud mit seiner Cafébar zum Verweilen ein. Jessica Kurz sorgte mit viel Geschick für die professionelle Vorbereitung des Cafés und schuf gemeinsam mit dem Team ein einladendes „Outdoor-Café“ mit besonderem Flair. Bei sommerlichem Wetter sorgte die Cocktailbar zusätzlich für ein wenig Sommerfeeling und wurde gerne als Ort für Begegnung und Gespräch genutzt.

Besonders reichhaltig war das Kuchenbuffet. Mitarbeitende aus Haupt- und Ehrenamt sorgten gemeinsam für eine große Auswahl. Eine besondere Unterstützung kam dabei aus Durlangen: Brigitte Müller hatte bereits im Frühjahr sechs Kuchen zugesagt und dafür Frauen aus Durlangen zum Mitbacken gewonnen. Gemeinsam mit zahlreichen weiteren Kuchenspenden entstand so ein beeindruckendes Buffet.

Und auch für etwas Herzhaftes war gesorgt: Die von Mitarbeitenden mit viel Geschick auf den Punkt zubereiteten Pommes von Natalie Waibel und Melissa Grimmeisen fanden bei den Gästen großen Anklang.

Eine Tombola mit besonderen Gewinnen

Für Spannung sorgte die Tombola. Viele Unternehmen und Geschäfte aus Schwäbisch Gmünd und der Umgebung hatten Preise zur Verfügung gestellt – teilweise sogar noch bis kurz vor dem Fest.

Zu den besonderen Gewinnen gehörten ein Nachmittag auf dem Flugplatz der Modellfliegergruppe Burgfalken Urbach, ein Modellflug-Erlebnis in Schorndorf und eine Tageskarte ins Legoland. Als besonderer Hauptgewinn lockte eine Ballonfahrt.

Das Kloster-Hospiz bedankt sich herzlich bei allen Unternehmen, Geschäften und Privatpersonen, die die Tombola mit ihren Spenden unterstützt haben.

Zum Abschluss: Musik und Gedanken über die Würde

Gegen Ende des Nachmittags wurden die Besucherinnen und Besucher in die Klosterkirche eingeladen. Dort fand um 17 Uhr der musikalische Abendimpuls mit dem Katholischen Kirchenchor Mutlangen unter der Leitung von Friedericke Martens statt.

Die fünf Könige von Ralf Knoblauch begleiteten den Abend noch einmal auf besondere Weise.

Die Gedanken und Impulse des Abends führten von einem „weiten Raum“ über Trauer und Sehnsucht hin zu Liebe und schließlich zum Segen. Dabei stand immer wieder der Gedanke im Mittelpunkt, was es bedeutet, einen Menschen in seiner Würde wahrzunehmen und zu achten.

Die Texte wurden von Regina Hupfer-Krieg gemeinsam mit ihrem Mann vorgetragen und gaben den musikalischen Beiträgen zusätzliche persönliche Akzente.

Gerade im Hospiz zeigt sich Würde oft in den kleinen Dingen: darin, wie wir einen Menschen ansprechen, ob wir fragen, statt einfach zu handeln, ob wir Zeit lassen und zuhören, ob wir Scham wahrnehmen und einen Menschen auch dann als ganzen Menschen sehen, wenn Krankheit vieles verändert hat.

Mit Musik, Stille und persönlichen Impulsen fand der Begegnungstag so einen ruhigen und zugleich eindrucksvollen Abschluss.

Fünf Jahre – und das Jubiläum geht weiter

Der Begegnungstag war zugleich der Auftakt zu weiteren Veranstaltungen im Jubiläumsjahr. Am 5. Oktober ist der Medizinethiker Giovanni Maio im Kloster-Hospiz zu Gast. Am 22. Oktober folgt Martina Kern. Zum Welthospiztag wird das Kloster-Hospiz auf dem Gmünder Wochenmarkt präsent sein. Am Vorabend des ersten Advents lädt der Lichterglanz dazu ein, den Weihnachtsbaum im Klostergarten gemeinsam zum Leuchten zu bringen. Den Abschluss des Jubiläumsjahres bildet ein Benefizkonzert in der Kirche St. Franziskus – und vielleicht ist es ja tatsächlich ein schöner Anlass, gemeinsam zu entdecken, wie gut Jazz und Hospizarbeit zusammenpassen.

Fünf Jahre Kloster-Hospiz – das sind vor allem fünf Jahre voller Begegnungen: mit Menschen, mit ihren Geschichten, mit Freude und Trauer, mit Abschied und Hoffnung.

Beim Begegnungsfest waren auch Menschen dabei, die in ganz unterschiedlicher Weise mit dem Kloster-Hospiz verbunden sind: aktuelle Gäste und ihre Angehörigen ebenso wie Menschen, deren Angehörige bereits im Hospiz verstorben sind. Manche Verbindung bleibt über den Abschied hinaus bestehen. Besonders weit angereist war Uwe Schmidt aus Hagen, der dem Kloster-Hospiz ebenfalls verbunden ist und den Weg zum Jubiläum auf sich genommen hatte.

Ein besonderer Dank gilt auch unseren aktuellen Gästen und ihren Angehörigen. Für sie war der Begegnungstag ein etwas anderer Tag im Hospiz – lebendiger, bunter und vielleicht manchmal auch ein wenig voller als sonst. Danke, dass sie diesen besonderen Tag mit uns geteilt und damit ein Stück Hospizleben nach außen sichtbar gemacht haben.

Und natürlich gilt unser Dank allen Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen, die diesen Tag vorbereitet, gestaltet, begleitet und mitgetragen haben. Sie haben dafür gesorgt, dass aus einem Jubiläum nicht nur eine Veranstaltung, sondern ein Tag der Begegnung werden konnte.

Das Begegnungsfest hat genau davon erzählt: von Menschen, die kommen und gehen, von Menschen, die bleiben, von neuen Begegnungen und von Verbindungen, die über den Abschied hinausreichen.

Die fünf Könige werden das Kloster-Hospiz noch bis zum Ende des Jubiläumsjahres begleiten – als Erinnerung daran, dass jeder Mensch einzigartig ist und eine unverlierbare Würde besitzt.