Neun Monate voller Begegnungen, neuer Erfahrungen und persönlicher Auseinandersetzung liegen hinter den Teilnehmenden des Qualifizierungskurses für ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter im Kloster-Hospiz. Am 21. Oktober 2026 fand der Kurs mit einer festlichen Segensfeier und der Übergabe der Zertifikate seinen Abschluss.
Ende Februar machten sich die Teilnehmenden gemeinsam auf den Weg, um sich auf eine besondere Aufgabe vorzubereiten: Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten. Zehn Frauen und zwei Männer haben den Kurs erfolgreich abgeschlossen. In den vergangenen Monaten haben sie sich mit dem Leben in seiner ganzen Vielfalt ebenso auseinandergesetzt wie mit Krankheit, Sterben, Abschied und Trauer. Sie haben miteinander diskutiert, persönliche Erfahrungen geteilt, Fragen bewegt und neue Perspektiven gewonnen.
Neben fachlichen Impulsen zu Hospiz- und Palliativarbeit, Kommunikation, Spiritualität und ethischen Fragen gehörten praktische Übungen und Hospitationen zum Kurs. Ein wichtiger Bestandteil war dabei immer wieder die Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung: Was bedeutet es, einem schwerkranken Menschen zu begegnen? Wie gelingt es, aufmerksam zuzuhören, Nähe zuzulassen und zugleich die eigenen Grenzen wahrzunehmen?
Die Teilnehmenden brachten ihre unterschiedlichen Lebenserfahrungen, persönlichen Sichtweisen und Fragen ein. Ihre Offenheit und ihre hohe Motivation, sich auf diese anspruchsvolle Aufgabe vorzubereiten, prägten den gemeinsamen Weg.
Zeit schenken und da sein
Hospizbegleitung bedeutet mehr, als etwas über Krankheit und Sterben zu wissen. Sie bedeutet, einem Menschen mit seiner ganz eigenen Geschichte, seinen Wünschen, Hoffnungen und Ängsten zu begegnen. Manchmal braucht es ein Gespräch, manchmal eine helfende Geste – und manchmal einfach jemanden, der da ist und das Schwere mit aushält.
Ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter schenken dafür etwas besonders Wertvolles: Zeit. Sie können schwerkranken und sterbenden Menschen Sicherheit vermitteln und Angehörigen ermöglichen, für eine Weile durchzuatmen. Dabei geht es nicht darum, auf alles eine Antwort zu haben oder schwierige Situationen aufzulösen. Vielmehr bedeutet Begleitung, Menschen verlässlich zur Seite zu stehen und ihre Würde zu achten.
Was in neun Monaten gewachsen ist
Auch als Kursgemeinschaft ist in dieser Zeit viel entstanden. Es wurde nachgedacht und gefragt, es gab berührende Momente, Tränen und viel gemeinsames Lachen. Unterschiedliche Lebenserfahrungen und Sichtweisen bereicherten den Austausch. Vertrauen konnte wachsen, neue Verbindungen sind entstanden – und ein erstes Nachtreffen ist bereits geplant.
Bei der Abschlussfeier blickte Hospizleiterin Susanne Lutz dankbar auf die gemeinsame Zeit zurück. Sie würdigte die Offenheit, das Engagement und die Bereitschaft der Teilnehmenden, sich auf anspruchsvolle Themen und persönliche Fragen einzulassen. Ihr Dank galt ebenso den Referentinnen und Referenten, die den Kurs mit ihrem Fachwissen, ihren Erfahrungen und ihrer persönlichen Haltung bereichert hatten, sowie allen, die seine Durchführung ermöglichten.
Begleitet von Segen
Die Segensfeier wurde von Martin Steimle, einem Teilnehmer des Kurses, und Regina Hupfer-Krieg, die sich bereits seit vielen Jahren ehrenamtlich engagiert, vorbereitet und gestaltet. Gemeinsam blickten die Teilnehmenden zurück und teilten, was sie aus der gemeinsamen Zeit mitnehmen und wofür sie dankbar sind.
Die Worte aus dem Römerbrief „Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden“ brachten dabei eine wesentliche Haltung der Hospizarbeit zum Ausdruck: sich mitzufreuen, wenn das Leben noch einmal aufleuchtet, und dazubleiben, wenn Abschied schmerzt und Worte fehlen.
Mit der Überreichung der Zertifikate und dem gemeinsamen Segen endete eine intensive gemeinsame Zeit. Zugleich beginnt für die zwölf Absolventinnen und Absolventen ein neuer Abschnitt. Sie bringen ihre Lebenserfahrung und ihre Persönlichkeit in die ehrenamtliche Hospizbegleitung ein und schenken anderen Menschen etwas besonders Wertvolles: ihre Zeit.
Wir freuen uns sehr, euch willkommen zu heißen, und wünschen euch für eure Aufgabe viele bereichernde Erfahrungen, stärkende Begegnungen und ganz viel Segen.
Geht – Ihr seid gesendet!
Und: Herzlich willkommen in unserer Hospizgemeinschaft!





